Forschung
Forschungsnetzwerke
Projekt:
Arthromark
Projektbeschreibung:
Über eine Million Patienten leiden in Deutschland an rheumatischen Erkankiungen, die meisten davon an rheumatoider Arthritis und Spondylarthritiden. Der Beginn im frühen Erwachsenen oder mittleren Lebensalter, die starken Schmerzen und der zunehmende Verlust der Beweglichkeit führen zu starken Einschränkungen der Lebensqualität und verursachen volkswirtschaftliche Kosten von etwa 20 Mrd Euro pro Jahr allein in Deutschland. Mit der Entwicklung der neuen Therapien auf der Basis von Antikörpern gegen verschiedene Moleküle, die am Entzündungsprozess beteiligt sind, können deutliche Verbesserungen aber auch zu sehr hohen Kosten (>1Mrd/Jahr in Deutschland) erreicht werden. Leider sind auch diese Medikamente nicht heilend sondern müssen ständig verabreicht werden. Mit der Vielzahl an möglichen Antikörpertherapien, die unterschiedliche Mechanismen der Entzündung blockieren können, sind neue Fragen entstanden. Nicht für alle Patienten tritt in gleicher Weise eine Besserung ein. Nur etwa ein Drittel der Patienten, die mit einem bestimmten Biologikum behandelt werden, sprechen gut darauf an. Deshalb besteht derzeit außerordentlich großes Interesse an der Vorselektion von Patienten, die für eine bestimmte Therapie geeignet sind. Klinische Daten konnten bislang keine sichere Vorhersage liefern. Große Erwartung wird deshalb in die molekularen Merkmale gesetzt, d.h. Biomarker, die möglichst funktionelle Besonderheiten des einzelnen Patienten erkennen lassen, so dass eine auf ihn individuell abgestimmte / maßgeschneiderte Therapie zusammengestellt werden kann. Ein weiteres in den letzten Jahren immer stärker erkanntes Problem ist, dass immunologische Merkmale der Arthritiden wie Rheumafaktoren und Antikörper gegen citrullinierte Peptide sich bereits lange vor dem Erscheinen klinischer Beschwerden und Gelenkveränderungen entwickeln. Damit stellt sich die Frage, ob generell Risikomarker für eine rheumatische Erkrankungen etabliert werden können, ob diese Unterschiede in der Verlaufsform der Erkrankung (destruktiv oder nicht-destruktiv) erkennen lassen und ob damit Unterschiede im Pathomechanismus und damit der jeweils erforderlichen Therapiestrategie vorliegen. Um diese Probleme in der Diagnostik systematisch aufzuarbeiten, sollen im Arthromark Konsortium mit neuen Ergebnissen aus der Genetik und Genomic sowie der Autoantikörper-Analytik größere Patientenkollektive untersucht werden. Vier Universitätskliniken (Berlin, München, Frankfurt, Düsseldorf) werden deshalb aus ihren über viele Jahre aufgebauten Biobanken geeignete Proben bereitstellen, um Biomarker Kandidaten aus dem Bereich Genotypen, Transkription, Matrixzerstörung im Gelenk oder Autoimmunologie zu prüfen. Ferner sollen gezielte prospektive Untersuchungen bei Früharthritis im Rahmen einer Multi-Center-Studie durchgeführt werden, um die Biomarker auch mithilfe bestmöglicher Bildgebung zu validieren. Für die Vernetzung zwischen den Partnern soll eine Datenbank mit Daten-Management und -Analyse aufgebaut werden. Damit soll auch das dezentrale Biobanking aller Proben aus dieser Studie organisiert werden und die Möglichkeit einer zentralen Recherche über alle verfügbaren Proben aufgebaut werden. Ferner werden diese Aktivitäten mit einem bereits begonnenen epidemiologischen Projekt zur Früharthritis (Course and Prognosis of Early Arthritis = CAPEA) verknüpft, das von Prof. A. Zink am Deutschen RheumaForschungsZentrum (DRFZ) geleitet wird.
Koordinatoren:
Prof Dr. med. Gerd-R. Burmester
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und klinische Immunologie CCM
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Tel: +49(0) 30 450 513 061
Fax: +49(0) 30 450 513 917
gerd.burmester@charite.de
Prof Dr. med. Hendrik Schulze-Koops
Ludwig-Maximilians Universität München
Rheumaeinheit Klinikum Innenstadt
Pettenkoferstraße 8a
80336 München
Tel: +49(0) 89 5160 3579
Fax: +49(0) 89 5160 4199
hendrik.schulze-koops@med.uni-muenchen.de
Laufzeit:
09.2010 - 08.2013
Online-Informationen:
